Ein besonderer Moment der Abschlussfeier am vergangenen Donnerstagabend, dem 23.07.2026, galt nicht nur den Zeugnissen, sondern einem bleibenden Vermächtnis: Die Abschlussklasse präsentierte stolz ihre neue Sandstein-Stele. Es ist bereits das sechste Kunstwerk dieser Art, das fortan den Pausenhof der Faulbacher Mittelschule bereichert und den Absolventen ein Stück ihrer gemeinsamen Identität bewahrt.

Was im Sommer 2021 als Projekt im Rahmen von „Praxis an Mittelschulen“ der Regierung von Unterfranken begann, hat sich längst zu einer tief verwurzelten Tradition entwickelt. Das „Stelenfeld der Abschlussklassen“ ist weit mehr als eine bloße Dekoration des Schulgeländes. Es ist ein Symbol für die Entwicklung der Jugendlichen, die hier über die Jahre hinweg buchstäblich Spuren hinterlassen.
Auf jeder der nun sechs Stelen sind die Gesichter eines Abschlussjahrgangs verewigt. Wenn man heute durch den Pausenhof geht, begegnet man den Konterfeis ehemaliger Schülerinnen und Schüler, die ein Stück Schulgeschichte verkörpern.

Die Realisierung eines solchen Projektes erfordert weit mehr als nur handwerkliches Geschick. Es ist ein komplexer Prozess, der von der ersten Ideensammlung über die Detailplanung und das Design bis hin zur meisterhaften Ausführung reicht.
Besonders hervorzuheben ist die vorbildliche Kooperation mit der Firma „Natursteinwerke Umscheid“ aus Dorfprozelten. Boris Umscheid, dessen Herzblut dieses Projekt seit Anbeginn trägt, investiert Jahr für Jahr viel Zeit, Energie und Mühen. Dieses Jahr wurde er erstmals von seinen beiden Auszubildenden Elia und Lucien Umscheid unterstützt. Sein Engagement ist für unsere Schule ein wahrer Glücksfall. Gemeinsam mit unserem Fachlehrer Klaus Ehrenberger, der die Jugendlichen mit fachlicher Expertise und pädagogischem Feingefühl durch den Prozess leitete, gelang es auch in diesem Jahr, ein anspruchsvolles Kunst- und Praxisobjekt zu erschaffen.

Der kreative Prozess im Sommer 2026 war für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Herausforderung: Ausgehend von einem präzisen Scherenschnitt ihres Gesichtes als Schablone, arbeiteten sie unter fachkundiger Anleitung daran, ihr eigenes Konterfei in harten Sandstein zu meißeln.
Dieses Projekt schließt den Kreis zwischen Schule und Berufswelt, zwischen Kunst und Handwerk. Wenn die Schülerinnen und Schüler nun die Schule verlassen, tun sie dies mit dem beruhigenden Wissen, dass sie einen bleibenden Teil ihrer Persönlichkeit an ihrer Schule zurücklassen. Die Stele erinnert nicht nur an den Abschlussjahrgang 2026, sondern ist ein dauerhaftes Zeichen der Wertschätzung für die gemeinsame Zeit, die Arbeit und die persönliche Entwicklung.